Geschichte des BSC Dornbirn Indians

Die Dornbirn Indians – ein Sport-Kapitel für sich

1990. Am BORG Dornbirn Schoren wurde Sport schon immer großgeschrieben. So kam es, dass im Juni 1990 eine Klasse im Turnunterricht zum ersten Mal Baseball spielte. Zur selben Zeit lehrt Akira Yashiro Musik an der Schule. Yashiro, während seiner Jugend in Japan ein begeisterter Baseballspieler, wird auf die jungen Spieler aufmerksam. Er ergreift die Initiative und startet mit fünf Schülern ein ausgefeiltes Training. In kürzester Zeit wird daraus ein Kader von 20 Mann.

1991. Die Baseball-Spieler schließen sich in einem Verein zusammen. Nachdem die Gründungsmitglieder alle behördlichen Hürden überwunden und Sponsoren gefunden haben, wird im Herbst 1990 offiziell der Verein gegründet. Ab Frühjahr 1991 sind die „Dornbirn Indians“ offizielles Mitglied des Österreichischen Baseball- und Softball-Verbands. Wie es zu dem Namen kam? Damals lief der Film „Die Indianer von Cleveland“ in den Kinos – die Dornbirn Indians waren geboren.

Die Dornbirn Indians suchen eine Heimstätte

Was richtige Indianer sind, die brauchen ihre Prärie, ihr passendes Spielfeld, um sich zu beweisen. Doch die Suche nach einem geeigneten Rasenplatz gestaltet sich schwierig. Letztlich entscheiden sich die Indians für den Sandplatz der Birkenwiese – er wird zur bleibenden Heimstätte.

Auch im nächsten Schritt handeln die Baseball-Beginners klug und besonnen: Die Indians schließen sich dem Schulsportverein (SSV) Dornbirn Schoren an. Deren Leiter Prof. Erwin Reis nimmt den Schülern eine Menge organisatorische Arbeit ab. Zudem bemüht sich Erwin Reis aus dem einfachen Sandplatz auf der Birkenwiese allmählich ein echtes Baseballfeld zu machen.

Organisatorische Widrigkeiten, die nehmen den Indians nichts von ihrem sportlichen Elan. So gewinnen die jungen Baseball-Spieler bereits im Gründungsjahr und der ersten Teilnahme an der Landesliga Vorarlberg, 1991, den Meistertitel. Das heißt, die Dornbirn Indians steigen, kaum auf dem Baseballfeld aktiv, in die Regionalliga West auf.

Der Erfolg setzt sich fort. In den darauf folgenden Jahren wird das Team regelmäßig Zweiter in der Regionalliga West.

Aufstieg der Indians ist nicht zu stoppen

1994. Die Indians beenden die Saison als Vizemeister der neu gegründeten 2. Bundesliga West und nehmen – abseits des Ligabetriebs – erstmals an internationalen Turnieren in Buchs und Tübingen teil.

Die Stadt Dornbirn weiß die Erfolge ihrer Söhne durchaus zu schätzen und baut das Baseballfeld weiter aus. Die Bases werden fix verankert, ein Backstop wird gebaut. Zudem gibt es erstmals einen mobilen Zaun für das Outfield.

1996. Nach vier Vizemeister-Titeln in Folge belegen die Dornbirn Indians den 3. Platz in der 2. Bundesliga West. Erfreulich ist die Gründung eines Jugendteams, das nach der ersten Schulaktion des Vereins zusammenfindet. Zu Pfingsten wird Dornbirn erstmals Austragungsort für ein Baseball-Turnier.

1997. Das Jahr bringt tiefgreifende Veränderungen. Coach Akira Yashiro kehrt in seine Heimat zurück, ein ebenso ausgebuffter Nachfolger muss gefunden werden. So wird mit Mike Pfarrer der erste Coach und Spieler aus den USA verpflichtet. Erstmals in der Vereinsgeschichte starten die Baseballer mit drei Teams in die Saison – und heimsen jede Menge Titel ein. Die Indians belegen in der 2. Bundesliga West Platz 4, die Indians 2 holen sich in der Vorarlberger Landesliga den Vizemeister-Titel. Auch die Jugendmannschaft steigt in die oberen Ränge auf und wird Vizemeister in der Vorarlberger Jugendliga. Gemeinsam mit den Sharx veranstalten die Indians beim Euro Sommer Camp ein dreitägiges internationales Baseball- und Softball-Turnier in Dornbirn. Sieben Baseball-Mannschaften aus ganz Europa nehmen teil sowie ein Team aus Kanada. Der Verein beweist, dass er sowohl spielerisch en top ist als auch organisatorisch in der Lage, ein Turnier dieser Größenordnung zu veranstalten.

Die Dornbirn Indians im Alleingang 

1998. Im Frühjahr trennen sich die Indians und der SSV Dornbirn Schoren in gegenseitigem Einverständnis. Ist doch mittlerweile die Sektion zu groß geworden. Die Dornbirn Indians machen sich als Baseball- und Softball-Club (BSC) Dornbirn „selbständig“. Die vordringlichsten Aufgaben: Ausweitung der Nachwuchsarbeit und die Suche nach einem geeigneten Baseball- und Softballplatz.

Überhaupt wird 1998 zum bis dahin erfolgreichsten Jahr der Dornbirn Indians. Nach einer spannenden Saison gewinnen die Baseball-Cracks die 2. Bundesliga West. Gleich im Anschluss meistern die Indians erfolgreich die Aufstiegsplayoffs. Das bedeutet, erstmals qualifiziert sich ein Team aus Vorarlberg für die damalige 1. Bundesliga.

Auch die anderen Teams des BSC Dornbirn steigen unaufhaltsam auf: Die Jugendmannschaft wird erstmals Meister und die Indians 2 erneut Vizemeister. Im August wird – wie bereits im Vorjahr – ein internationales Baseball- und Softball-Turnier in Dornbirn ausgetragen.

Im Sport-Olymp zum Österreichischen Staatsmeister gekürt

1999. Ein Traum wird wahr. Die Indians erkämpfen sich erstmals den Titel Österreichischer Staatsmeister. Mit verstärkter Mannschaft gehören die Dornbirner Baseballer vom ersten Spieltag an zu den Favoriten – zuletzt holen sie den Titel nach Dornbirn. Allerdings kehrt am Ende der Saison Coach Mike Pfarrer nach drei Jahren wieder in seine Heimat USA zurück. Da ein eigener Baseballplatz weiterhin nicht zur Verfügung steht, wird das Spielfeld der Indians am Sportplatz Birkenwiese ausgebaut: Die Fußballtore werden entfernt, der Backstop vergrößert und eine Tribüne errichtet. Der Verein will zumindest für zwei Jahre eine Ausnahmelizenz für die höchste Liga erhalten.

2000. Baseball boomt in Dornbirn. Das bedeutet auch personelle Erneuerungen. Mit James Sinclair wird erstmals ein zweiter Coach engagiert. Er trainiert vor allem den Nachwuchs und das neu formierte dritte Erwachsenenteam. Doch das genügt dem Verein noch lange nicht: Um auch den Breitensport zu fördern, wird zusätzlich ein Mixed-Slowpitch-Team zusammengestellt. Während die Nachwuchsarbeit unter Coach Sinclair erste Früchte trägt, verpassen die Indians die Playoffs und können ihren Meistertitel nicht verteidigen. Beim Europa Cup der Meister (B-Pool) in Slowenien belegen die Dornbirn Indians jedoch nach einem spannenden Finale den 2. Platz.

Die Dornbirn Indians trotzen Rückschlägen

Allerdings haben die Indians im Jahr 2000 auch mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Zu häufig wechseln die Coaches, wichtige Mitglieder und Spieler verlassen den Verein. Und so schließen sie – wie bereits in der Vorsaison – den Grunddurchgang mit dem 5. Platz ab. Während sich einzelne Spieler in den Nachwuchsteams gut entwickeln, bleiben die Endplatzierungen aller Teams zum Teil weit unter den Erwartungen.

2002. Die Dornbirn Indians bespielen ein neues Baseballfeld. Nach Ablauf der Ausnahmelizenz für den Spielbetrieb auf dem Sportplatz Birkenwiese suchen die Baseballer nach 12 Jahren eine neue Heimat. Der Sandplatz am Sportplatz Forach scheint als Baseballfeld geeignet und wird die neue Heimstätte der Indians.

Der Österreichische Baseball- und Softball-Verband nominiert die Dornbirn Indians für eine Europa-Cup-Teilnahme, nachdem einige österreichische Teams abgesagt hatten. Unter Coach Jason Siler – er ist der dritte Headcoach in drei Jahren – gewinnen die Indians den Europa Cup (B-Pool). In der Liga wiederholt sich der Erfolg leider nicht und die Dornbirner Baseballer verpassen zum dritten Mal in Folge die Playoffs.

2003. Nach drei ernüchternden Jahren wird die Spielerliste für die Saison 2003 verstärkt. Mit John Baum kommt zwar wieder ein neuer Coach, aber auch ein hervorragender Spieler, im Vergleich zu den anderen Coaches. Zusätzlich gelingt es dem Verein Germain Brisebois – Top-Legionär der Austrian Baseball League (ehemals 1. Bundesliga) – zurück nach Dornbirn zu holen. Mit neuem Ehrgeiz und Motivation qualifizieren sich die Indians nach einem durchwachsenen Grunddurchgang für die Playoffs. Spätestens ab diesem Zeitpunkt zeigt das Team, wozu es in der Lage ist – und schließt die Saison auf eindrucksvolle Weise mit dem zweiten Meistertitel in der Vereinsgeschichte ab.

Die Indians starten durch

Die Dornbirn Indians spielen auf einer Erfolgswelle. Gleichzeitig beenden zahlreiche Spieler ihre Karriere. Nach und nach werden die von Coach Sinclair ausgebildeten Nachwuchsspieler in das Team eingefügt. Nach vier Jahren in Dornbirn verlässt Coach Sinclair die Indians und kehrt nach Kanada zurück. John Baum wiederum verlängert seinen Vertrag. Dennoch, er kann mit dem stark verjüngten Team den Erfolg der Vorsaison nicht wiederholen. Bei der dritten Europa-Cup-Teilnahme erreichen die Indians nur den 4. Platz.

2005. Für die neue Saison holt der Verein James Sinclair nach Dornbirn zurück. Der Vorstand setzt auf den Coach, da mittlerweile viele seiner ehemaligen Nachwuchsspieler das Team der Austrian Baseball League stärken. Zwar verpassen die Indians in der ersten Saison erneut die Playoffs, aber für die zweite Saison formt James Sinclair als Headcoach ein dominantes Team. Die Dornbirn Indians beenden zum ersten Mal als Sieger den Grunddurchgang. Im Halbfinale muss die Mannschaft sich zwar geschlagen geben, gewinnt aber die Serie um den 3. Platz.

2007. Nach nur zwei Jahren legt James Sinclair sein Amt als Headcoach aus persönlichen Gründen nieder. Ein schwerer Schlag für die Indians. Die Lücke kann einfach nicht geschlossen werden. Zu sehr hatte Sinclair in sieben Jahren – davon sechs Jahre als Coach – die Mannschaft mit seinem Training geprägt.

Es folgen schwere Zeiten für den Verein. In der Austrian Baseball League kämpfen die Indians um den Verbleib in der Liga. Aus der Förderung des Nachwuchses gehen keine neuen Talente hervor. Der Tiefpunkt in der bisherigen Vereinsgeschichte: Der Abstieg in die Baseball-Bundesliga am Ende der Saison 2009.

Phönix aus der Asche

2010. Die Zeit ist reif für einen Neubeginn. Der Verein holt Dan Hall und Devery Van De Keere nach Dornbirn: zwei sehr erfahrene und talentierte, aber vor allem motivierte Spieler und Coaches.

Den Aufstieg in die Austrian Baseball League verpassen die Indians noch knapp. Doch im Jahr darauf gibt ihnen der Erfolg recht: die Indians gewinnen eindrucksvoll die Baseball-Bundesliga – und der Aufstieg in die Austrian Baseball League nach zwei Jahren Abwesenheit ist verbürgt. Darüber hinaus: Gemeinsam mit dem neuen Nachwuchskoordinator Fred Lambauer geben Dan Hall und Van De Keere dem Nachwuchs neue Impulse.

2013. Die Playoffs verpassen die Indians im ersten Jahr nach Wiederaufstieg. Aber bereits im zweiten Jahr werden sie Dritter in der Austrian Baseball League. Noch erfreulicher: Die Dornbirn Indians gewinnen die U15 Staatsmeisterschaft 2013. Ein weiterer Beweis für die hervorragende Nachwuchsarbeit.

Die Dornbirn Indians und kein Ende

2014. Die Dornbirn Indians spielen – erstmals nach 2003 – wieder in einer Finalserie. Leider reicht es am Ende einer spannenden Serie nur zum Vizemeistertitel. So enttäuschend die Saison der Indians endet, so erfreulich sind die Entwicklungen beim Nachwuchs. Denn neben einem Jugendteam formiert sich erstmals ein Schüler- und Kinderteam.

2015. Die Indians qualifizieren sich nach einem starken Start erneut für die Playoffs. Jedoch: Zahlreiche Schlüsselspieler verletzen sich und die Indians müssen sich bereits im Halbfinale geschlagen geben. Die Saison schließen sie als Dritter ab. Außerdem: Nach sechs Jahren als Coach und Spieler beendet Dan Hall seine Karriere bei den Dornbirn Indians.

Devery Van De Keere bleibt dem Verein hingegen erhalten. Er startet in seine siebte Saison. Kein Coach war bei den Indians länger im Amt. Dan Hall und James Sinclair waren jeweils sechs Jahre aktiv.